Das Kronenkreuz der Diakonie

Entwickelt wurde es von Professor Richard Boeland von der Kunstschule Berlin. Er hatte es 1925 für den Vorläufer des Diakonischen Werkes, für die "Innere Mission" entworfen. Wie kam es dazu? 1848 versammelten sich 500 Theologen und Laien in Wittenberg, um über die Gründung eines deutschen evangelischen Kirchenbundes zu beraten. Schon damals wurde die "Innere Mission" in den Aufgabenkatalog des geplanten Kirchenbundes aufgenommen. 1849 wurde dann ein Central - Ausschuss für die Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche eingesetzt. An erster Stelle der Aufgaben stand, dass die Arbeit der Inneren Mission bekannter werden muss. Denn, so heißt es in einem Rundschreiben: "Es gibt in unserem deutschen Vaterlande noch ganze Landstriche und ganze Schichten der Gesellschaft, für die der Gedanke der Inneren Mission ein toter ist, die den Namen derselben kaum gehört und die, wenn sie ihn gehört, nur die fremdartigsten Vorstellungen damit verbinden. In diesen Gegenden und diesen Volkskreisen muss es Licht werden."

Ein gemeinsames Zeichen
Als 1923 das 75jährige Jubiläum gefeiert wurde, stellte der Central-Ausschuss fest, dass nach wie vor wenig bekannt ist über die weitverzweigte Arbeit der Inneren Mission. Es wurde deshalb 1924 die Einrichtung eines "Propaganda-Dienstes" beschlossen, der "durch alle sich bietenden Mittel die Kenntnis des Gesamtwerkes der Inneren Mission in breiteste Schichten hineintragen" sollte. Bald zeigte sich die Notwendigkeit, dass für das öffentliche Auftreten die Zusammengehörigkeit der verschiedenen Einrichtungen der Inneren Mission durch ein äußeres Zeichen sichtbar werden sollte.

Einfach, einprägsam und vielseitig verwendbar
Der neu eingerichtete Propagandadienst begann deshalb sofort, Entwürfe für ein gemeinsames Zeichen zu sammeln. Das Zeichen sollte einfach, einprägsam und vielseitig verwendbar sein und in ihm sollte das Kreuz mit den Anfangsbuchstaben der "Inneren Mission", also dem "IM", in Verbindung gebracht werden. Aus über 200 Entwürfen wurde dann - nach heftigen und langen Diskussion, der Entwurf von Professor Richard Boeland ausgewählt. Er war einer der damaligen Experten für angewandte Graphik und hat seine Wurzeln im Süddeutschen Raum, da er einer der Anhänger der "Ulmer Schule" war. 1925 wurden die Verbände gebeten, sich für den Gebrauch des Zeichens einzusetzen und es an jeder Anstalt und Einrichtung anzubringen. 1930 wurde es auch vom Internationalen Verband für Innere Mission und Diakonie übernommen. Damit war die IM einer der ersten kirchlichen Einrichtungen mit einem gemeinsamen Erscheinungsbild.

Erst wesentlich später wurde das Signet der "Inneren Mission" als "Kronenkreuz" bezeichnet. 1957 wurde das "Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland" gegründet. Es übernahm dieses Signet als ihr eigenes Symbol. Das Kronenkreuz wird heute als Zeichen der Ermutigung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Diakonie gesehen: Das Kreuz als Hinweis auf Not und Tod, die Krone als Zeichen der Hoffnung und Auferstehung. Die Verbindung von Kreuz und Krone sollte die Zuversicht befestigen, dass Not zu überwunden werden kann, weil Christus Not und Tod überwunden hat.

(aus: Diakonie-Portal.de)